Fast jede Lenkrakete besteht aus den gleichen Funktionsabschnitten, meist in dieser Reihenfolge von Nase zu Schwanz:
- Sucher: der Sensor in der Nase, der das Ziel erkennt — eine Radarantenne (aktiv oder semiaktiv), IR-Detektor, SAL-Detektor oder Kombination. Nicht jede Rakete hat eine: Kommandogeführte und Strahllenkflugkörper werden von außen gesteuert.
- Abschnitt Leitlinien: der Berechnungskern, der Lenkbefehle aus Seeder- und/oder Datalink-Informationen berechnet (Seher)Leitlinien.
- Autopilot: übersetzt die gewünschten Kurskorrekturen in tatsächliche Ruderergebnisse und hält die Rakete stabil (Gyros, Beschleunigungsmesser).
- Sprengkopf: meist Sprengfragmentation; Durchdringen großer Ziele oder Bunker.
- Zünder: bestimmt den Zeitpunkt der Detonation. Zusätzlich zu Kontaktzündern, die NäherungszünderEin Mini-Radar oder Laser, der zum Zeitpunkt der nächsten Annäherung abgeht — eine direkte Anwendung der CW/Dopler-Technologie ()Dauerstrichradar.
- Antrieb: Raketentriebwerk (Boost, möglicherweise Boost-Sustain) oder Luftatmungstriebwerk für Marschflugkörper.
- Kontrollabschnitt: Kontrollebenen (Kanarden, Schwanzflossen) und/oder Schubvektoren, die die berechneten Korrekturen durchführen.
Relevanz der EW
Jeder Abschnitt ist ein potenzieller Zielpunkt: Der Sucher ist irreführend (Flares, Spreu, DRFM), die Datenverbindung zum Stauen, Auslösen oder Unterdrücken des Näherungszünders, und der Autopilot kann zur richtigen Zeit mit einem harten Manöver "überfragt" werden (die Rakete hat ein begrenztes Energiebudget).